Floorball: Damen starten mit Derby in die Bundesliga-Saison - Herren bei starken Chemnitzern zu Gast

Foto: Ingo Furch

Am kommenden Samstag (21.09.2019, 13:30 Uhr in Mülheim a. d. Ruhr) starten die Damen der SSF Dragons Bonn gegen die Dümptener Füchse in ihre zweite Bundesligasaison. Das NRW-Derby gab es bereits zum Auftakt der vergangenen Saison. Damals schlugen sich die Bonnerinnen über weite Teile äußerst wacker und mussten sich erst in den letzten fünf Minuten gegen die späteren Playoffteilnehmer geschlagen geben. Diesmal will man natürlich über 60 Minuten durchziehen und letztendlich drei Punkte von der Ruhr entführen.

„Wir hatten eine insgesamt um 10% höhere Trainingsbeteiligung, was ein deutliches Signal ist, dass immer mehr Spielerinnen verstehen, was es bedeutet, "Bundesliga" zu spielen. Wir haben darüber hinaus einige Schwerpunkte anders gesetzt als in den vergangenen Saisonvorbereitungen. Davon erhoffe ich mir, dass wir unsere Leistungsstärke schneller erreichen im Laufe der Saison“, gibt sich Trainer Daniel Mahnken optimistisch.

Die Gegner aus Mülheim scheinen ihre Wettkampfform bereits gefunden zu haben: Bereits am vergangenen Wochenende starteten die Füchse mit einem souveränen 7:4 gegen Hamburg in die Saison. Im Fokus stand dabei unter anderem wieder die Dümptener Schlüsselspielerin Anna Lena Best, die sich beim Auswärtssieg bereits mit zwei Toren und einer Vorlage in die Scorerliste eingetragen hat. Mannschaftlich betrachtet, stachen vor allem die konditionelle Stärke und das konsequent vorgetragene Konterspiel der Füchse hervor. Demgegenüber offenbarten die Viertplatzierten der letzten Spielzeit Schwachpunkte in der Defensive. Dort muss Bonn ansetzen, um die ersten Punkte der Saison einzufahren.

Interessant wird es dabei zu beobachten sein, wie sich die Veränderungen im Bonner Kader auswirken werden: Leider mussten die Dragons in der Sommerpause mit Leah Bartz eine spielerisch und menschlich sehr geschätzte Spielerin in Richtung Münster ziehen lassen.

Gleichzeitig konnte man mit Michelle Mittermüller eine zweikampfstarke, motivierte Spielerin für die Defensive gewinnen. Auch die erst 14-jährige Lisa Neiß wurde aus der Jugend ins Team geholt. Trainer Mahnken freut sich über die Verstärkung auf der Torhüterposition: „Sie ist ein großes Talent, sehr engagiert und motiviert. In den wenigen Wochen, die sie nun bei uns mittrainiert hat, hat sie bereits enorme Fortschritte gemacht.“

Auf die obligatorische Frage nach dem Saisonziel antwortet Mahnken: „Nachdem wir in unserer Debüt-Saison in der 1. Bundesliga auf dem 5. Platz gelandet sind, ist unser Ziel in dieser Saison die Teilnahme an den Playoffs - also mindestens Platz 4.“

Herren bei starken Chemnitzern zu Gast

Nach dem erfolgreichen Start in die erste Bundesliga mit einem Sieg gegen Berlin sind die Floorballer der SSF Dragons Bonn nun erstmals auswärts in Chemnitz gefordert.

Die Floorfighters aus Chemnitz werden aller Voraussicht nach ein hartes Brett: Mit einem 10:5 gegen den Vorjahresdritten Wernigerode setzte der Club aus Ostdeutschland ein faustdickes Ausrufezeichen. Überraschend, denn die Chemnitzer hatten in der vergangenen Saison den letzten Tabellenplatz belegt. Den Abstieg umgingen die Floorfighters durch Siege in den Play-Downs.

Nach dem Tiefpunkt sehen die Chemnitzer jetzt aber wieder einen Hoffnungsschimmer. Neuzugang Juhu Kivinen ist mit vier Toren und einer Vorlage nach dem ersten Spieltag Topscorer der Bundesliga. Der Finne scheint die neue Wunderwaffe der Floorfighters zu sein, ihn zu stoppen wird für die Dragons die wichtigste Aufgabe. Erschwert wird diese Herausforderung durch leichte Personalprobleme: So fehlen den Bonnern mit Johannes Weh und Till Braun gleich zwei der vier Stammverteidiger. „Unsere Chancen gegen Chemnitz sind sehr gering. Wenn wir das Glück ein bisschen auf unserer Seite haben und vielleicht ein wenig unterschätzt werden, könnte es vielleicht zu einer Überraschung kommen“, tippt SSF-Spielmacher Florian Weißkirchen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Chemnitzer Offensive nicht nur aus Juhu Kivinen besteht: Auch Kapitän Hannes Langenstraß überzeugte gegen Wernigerode mit zwei Toren und ebensovielen Vorlagen. „Chemnitz hat ein sehr junges Team mit viel Spielintelligenz. Sie haben durch die Zugänge eine qualitative Breite bekommen und gehören für mich nicht mehr zu den Play-Down-Kandidaten“, glaubt Weißkirchen.

Spätestens nach dem überzeugenden Sieg gegen das favorisierte Wernigerode ist für Bonn klar: Der Schlüssel zum Sieg ist die Defensivarbeit. Die funktionierte gegen Berlin schon gut, zudem wurde während der Woche noch einmal fleißig das Blocken trainiert.

Das Rezept für Tore könnte dann auch wieder heißen: Kontern. Zwar vergaben die Dragons am ersten Spieltag haufenweise Chancen, bewiesen aber trotzdem, dass sie offensiv mit der spielerisch starken ersten und der blitzschnellen zweiten Reihe gut aufgestellt sind.

Johan Gallwitz

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